Buddhistische Lebensführung / Folgerungen / Leben & Tod
Leben & Tod
Vor dem Tode muss man sich nicht fürchten: es sind ja schon so viele Leute gestorben, und die haben's auch unbeschadet überstanden.
Wir werden geboren um zu sterben. Nein, das ist schlecht formuliert. Neuer Versuch: wir werden geboren, um für eine befristete Zeit zu leben. Schon besser. Ein ewiges Leben wäre ein Albtraum. CARPE DIEM (Horaz, vgl. Wikipedia) - nutze die Zeit, die Dir gegeben ist. Man kann ein langes Leben vertrödeln und ein kurzes Leben sinnvoll einsetzen.
Vielleicht ist die vermeintliche Angst vor dem Tode bei genauerer Betrachtung eher gekränkte Eitelkeit: man ist tief beleidigt durch die Vorstellung, dass sich die Erdkugel ungerührt weiterdreht, nachdem man selbst nicht mehr dabei ist. In der Zeitung heißt es, dass Kakerlaken auf dem Bikini-Atoll Atombombentests überlebt haben und dass sie am Ende auch die Menschheit überleben werden. [...] dass es Kakerlaken geben wird, die sich ihres Lebens erfreuen, während ich habe abtreten müssen, das schmerzt ein wenig. (Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil. S. 181) Übrigens ist auch in dem Animationsfilm Wall·E eine Kakerlake der einzige Freund des letzten "überlebenden" Roboters. Möglicherweise sind doch die Insekten das wirkliche Erfolgsmodell der Evolution ...
Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr. (Epikur, Brief an Menoikeus, 125)
Wer bei meiner Beerdigung weint, mit dem rede ich kein Wort mehr. (Stan Laurel)
